Die Frage wird meistens falsch gestellt. Sie lautet nicht „Welche Plattform ist die beste?“, sondern „Wo sind die Leute, die bei mir kaufen – und was kann ich neben dem Tagesgeschäft wirklich durchhalten?“
Facebook ist unter Jüngeren aus der Mode, aber bei den 45- bis 65-Jährigen im ländlichen Raum sehr präsent. Das ist die Gruppe, die ein Haus umbaut, eine Ordination sucht und einen Verein trägt. Dazu kommen die regionalen Gruppen – „Was passiert in Voitsberg“ bringt oft mehr als jede Werbeanzeige.
Instagram lebt vom Zeigen. Wenn dein Ergebnis sichtbar ist – Möbel, Räume, Speisen, Vorher-Nachher –, ist das dein Kanal. Für Dienstleistungen ohne sichtbares Ergebnis ist es zäh.
TikTok gibt dir die größte Chance, ohne Follower Reichweite zu bekommen. Der Preis: Es verlangt Tempo, Gesicht und Regelmäßigkeit. Wer alle zwei Wochen ein Hochglanzvideo hochlädt, kommt nicht vor.
LinkedIn ist relevant, wenn deine Kunden Unternehmen sind, nicht Privatpersonen.
Was wichtiger ist als die Plattform
Ein aktives Profil auf einem Kanal schlägt drei Profile, deren letzter Beitrag von 2023 ist. Ein verwaistes Konto ist schlechter als keines – es sieht aus, als gäbe es den Betrieb nicht mehr.
Und noch etwas, das gerne untergeht: Für den lokalen Handwerksbetrieb ist das Google-Unternehmensprofil meistens wichtiger als jeder Social-Media-Kanal. Wer „Tischler Köflach“ googelt, ist kaufbereit. Wer durch TikTok scrollt, ist unterhalten.
Was das für dich heißt
Such dir einen Kanal aus – den, auf dem deine Kunden ohnehin sind – und poste dort ein Jahr lang verlässlich. Lieber einmal pro Woche etwas Ehrliches aus der Werkstatt als fünf perfekte Beiträge im Frühling und dann Stille.
Bevor du anfängst: Google-Unternehmensprofil vollständig ausfüllen, Website aktuell. Das ist die Basis. Social Media ist der Verstärker, nicht das Fundament.