Schriften im Netz kommen selten vom eigenen Server. Der bequeme Weg ist, sie bei Google einzubinden – zwei Zeilen Code, tausende Schriften gratis. Der Haken: Bei jedem Seitenaufruf baut der Browser des Besuchers eine Verbindung zu Google auf und überträgt dabei dessen IP-Adresse. Ohne Zustimmung, ohne dass es jemand merkt.
Im Sommer 2022 wurde daraus eine Welle: Tausende österreichische Unternehmen bekamen Schreiben mit Forderungen um die 190 Euro – hundert Euro Schadenersatz plus Anwaltskosten. Das Landesgericht Wien hat systematische Massenabmahnungen 2025 als rechtsmissbräuchlich eingestuft. Das ändert aber nichts am zugrunde liegenden Problem: Die Übertragung passiert weiterhin.
Die Lösung ist unspektakulär
Man lädt die Schriftdateien einmal herunter und liefert sie vom eigenen Server aus. Optisch identisch, rechtlich sauber, und nebenbei schneller – ein externer Verbindungsaufbau weniger, gerade auf dem Handy spürbar.
Das gilt genauso für andere Dinge, die unbemerkt von außen nachgeladen werden: Icon-Sammlungen, Karten, Videoeinbettungen, Bewertungs-Widgets. Die Schriften sind nur der bekannteste Fall.
Was das für dich heißt
Prüfen kannst du es selbst: Rechtsklick auf deine Seite, „Seitenquelltext anzeigen”, dann mit Suchen nach fonts.googleapis oder fonts.gstatic suchen. Wird etwas gefunden, lädst du Schriften extern.
Reparieren lässt sich das ohne Umbau der Seite, meist in einer Stunde. Bei allem, was ich baue, sind Schriften von Anfang an lokal – das ist einer der Punkte, bei denen ich gar nicht erst diskutiere.
Stand: August 2026. Rechtslagen ändern sich – das ist eine Einordnung aus der Praxis, keine Rechtsberatung.