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Chatbot auf der Website

Ein Chatbot beantwortet Besucherfragen automatisch im Chat-Fenster. Kosten: von gratis bis mehrere hundert Euro monatlich – plus Pflege, die gerne vergessen wird. Für die meisten kleinen Betriebe löst eine gute FAQ dasselbe Problem, nur ohne Wartung und ohne Kennzeichnungspflicht.

Die Idee klingt bestechend: Ein Chat-Fenster beantwortet Fragen rund um die Uhr, während du arbeitest oder schläfst. Seit KI-Modelle die Antworten formulieren, klingen die Bots auch nicht mehr wie kaputte Telefonansagen. Trotzdem lohnt ein nüchterner Blick, bevor du dir einen einbaust.

Was er kostet – ehrlich gerechnet

Die Preisspanne ist riesig: einfache Widgets ab null bis wenige Euro, KI-Chatbots mit eigenem Wissen typischerweise zwischen 20 und ein paar hundert Euro im Monat, dazu je nach Anbieter Einrichtungskosten. Das ist aber nur die halbe Rechnung.

Die andere Hälfte ist Pflege: Ein Chatbot ist nur so gut wie das Wissen, das man ihm gibt. Ändern sich Preise, Öffnungszeiten oder Leistungen, muss das nachgezogen werden – sonst erzählt der Bot freundlich und rund um die Uhr falsche Dinge in deinem Namen. Ein KI-Bot, der halluziniert, ist schlimmer als gar keiner.

Was rechtlich dranhängt

  • Kennzeichnung: Seit August 2026 verlangt der EU AI Act, dass Besucher vor der ersten Interaktion erkennen, dass eine Maschine antwortet. Ein ehrliches „KI-Assistent“ über dem Chat-Fenster genügt – fehlen darf es nicht.
  • Datenschutz: Was Besucher in den Chat tippen, wird beim Anbieter verarbeitet – oft in den USA. Das gehört in die Datenschutzerklärung, und mit dem Anbieter braucht es einen AVV.
  • Ladezeit: Jedes Chat-Widget lädt eigenes JavaScript von fremden Servern. Das kostet Tempo auf genau den Handys, auf denen deine Kundschaft sucht.

Die Frage vor der Frage

Bevor du fragst „Welcher Chatbot?“, frag: Welche Fragen soll er eigentlich beantworten?

Schreib sie auf. Bei den meisten kleinen Betrieben sind es fünf bis zehn: Öffnungszeiten, Preise, Anfahrt, „macht ihr auch …“, „wie schnell könnt ihr …“. Und dann die ehrliche Erkenntnis: Diese Liste ist eine FAQ-Seite – die kostet nichts pro Monat, braucht keinen Hinweis, kann nicht halluzinieren und wird von Google sogar als Suchergebnis ausgespielt.

Wo ein Chatbot wirklich Sinn ergibt: bei vielen gleichartigen Anfragen mit Dialogcharakter – Terminvereinbarung, Verfügbarkeiten, größere Sortimente. Das ist bei einer Ordination mit vollem Wartezimmer ein anderes Thema als bei einer Tischlerei mit drei Anfragen pro Woche.

Was das für dich heißt

Mach den Zettel-Test: Wenn deine häufigsten Fragen auf eine Seite passen, bau eine FAQ und spar dir das Abo. Wenn du wirklich täglich dieselben Dialoge führst und dabei Zeit verlierst, kann ein Bot helfen – dann aber mit gepflegtem Wissen, sichtbarem KI-Hinweis, AVV und einem Anbieter, den du in der Datenschutzerklärung guten Gewissens nennen kannst. Und rechne die Monatskosten aufs Jahr hoch, bevor du unterschreibst.

Stand: August 2026. Rechtslagen ändern sich – das ist eine Einordnung aus der Praxis, keine Rechtsberatung.