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Was kostet eine professionelle Website in Österreich 2026?

Echte Marktspannen, Stundensätze und der Posten, den fast jede Kalkulation vergisst – die Folgekosten. Mit Rechenbeispiel über fünf Jahre.

Christian Raudner

Christian Raudner

Webdesigner, Weststeiermark

Was kostet eine professionelle Website in Österreich 2026?

Die ehrliche Antwort auf die häufigste Frage, die ich bekomme: „Was kostet das ungefähr?“

Eine Website kann 500 € kosten. Und 50.000 €. Beides stimmt – und beides sagt erstmal nichts darüber aus, ob sie ihr Geld wert ist. Deshalb hier keine Preisliste, sondern die Zahlen, die im österreichischen Markt tatsächlich aufgerufen werden, und die Rechnung, die dabei fast immer fehlt.

Was der Markt 2026 verlangt

Ich habe mir angesehen, was österreichische Agenturen für 2026 selbst veröffentlichen. Die Spannen decken sich weitgehend:

Typ Umfang Marktspanne
Onepager / Landing Page 1 Seite, auf eine Handlung ausgelegt 1.500–3.000 €
Digitale Visitenkarte 1–5 Seiten 1.500–3.000 €
Firmenwebsite 5–10 Seiten, Kontaktformular, mobil 3.000–8.000 €
Unternehmenswebsite 10–30 Seiten, CMS, Blog 6.000–15.000 €
Corporate Website 15–50+ Seiten 8.000–20.000 €
Onlineshop Katalog, Zahlung, Warenwirtschaft 8.000–30.000 €
Web-Applikation Benutzerrollen, Schnittstellen 15.000–60.000 €

Quellen: exponent.at und web-austria.at, beide Stand 2026.

Für den typischen Betrieb in der Weststeiermark – Handwerk, Ordination, Verein, Dienstleister – ist die Frage damit beantwortet: Es geht um die ersten zwei Zeilen der Tabelle. Alles darunter richtet sich an Unternehmen mit Redaktionsteam, Mehrsprachigkeit oder Lager.

Warum die Spanne so groß ist

Der Hauptgrund steht nicht im Leistungsumfang, sondern im Stundensatz. Auch dafür gibt es veröffentlichte Zahlen:

  • Freelancer: 60–100 € pro Stunde
  • Kleine Agentur: 90–140 €
  • Mittlere Agentur: 120–180 €
  • Große Agentur: 150–250 €

Der Unterschied zwischen 70 € und 200 € ist selten handwerkliches Können. Es ist Struktur. In einer größeren Agentur arbeiten an deiner Seite ein Projektmanager, ein Konzepter, ein Designer, ein Entwickler und jemand aus der Qualitätssicherung. Jede Übergabe zwischen diesen Personen kostet Zeit, und diese Zeit steht in deiner Rechnung. Für ein Projekt mit dreißig Beteiligten auf Kundenseite ist das sinnvoll und sogar notwendig. Für eine Ordination mit sieben Unterseiten zahlst du Koordination, die es ohne die Agentur gar nicht zu koordinieren gäbe.

Der Posten, den fast jede Kalkulation vergisst

Hier wird es interessant. Beide Quellen oben nennen laufende Kosten – und die fallen deutlicher aus, als die meisten erwarten:

Rechnen Sie mit laufenden Kosten von ca. 10 bis 20 % der Erstellungskosten pro Jahr.

Aufgeschlüsselt sieht das so aus: Domain 10–30 €, Hosting 60–600 €, SSL 0–100 €, CMS-Updates und Wartung 300–2.400 €, Content-Pflege 600–6.000 €, SEO-Betreuung 1.200–12.000 € – jeweils pro Jahr.

Der fett markierte Posten ist der, über den beim Erstgespräch selten gesprochen wird. Er entsteht nicht, weil jemand dich abkassieren will, sondern weil er technisch unvermeidbar ist: Eine WordPress-Installation besteht aus dem Kern, einem Theme und in der Praxis fünfzehn bis dreißig Plugins. Jedes dieser Teile bekommt Updates, jedes kann bei einem Update etwas kaputt machen, und jedes ist ein möglicher Einstiegspunkt, wenn es nicht aktualisiert wird. Wer diesen Posten streicht, streicht ihn nicht wirklich – er verschiebt ihn auf den Tag, an dem die Seite gehackt oder weiß ist.

Genau an dieser Stelle unterscheidet sich, wie ich baue. Meine Seiten sind statisches HTML. Es gibt kein CMS, das aktualisiert werden muss, keine Plugins, keine Datenbank, kein Login-Formular, das jemand durchprobieren kann. Der Wartungsposten entfällt nicht, weil ich ihn nicht verrechne, sondern weil er strukturell nicht entsteht.

Rechenbeispiel über fünf Jahre

Nehmen wir eine Firmenwebsite mit sieben Unterseiten für einen Handwerksbetrieb. Zwei Wege, beide realistisch, beide am unteren Ende der jeweiligen Spanne gerechnet:

Weg A – WordPress bei einer kleinen Agentur

  • Erstellung: 4.000 €
  • Wartung, Updates, Sicherheitschecks: 600 € pro Jahr
  • Hosting mit PHP und Datenbank: 200 € pro Jahr
  • Fünf Jahre gesamt: 8.000 €

Weg B – statische Seite bei mir

  • Erstellung: 1.500–3.000 €, je nach Umfang
  • Wartung: entfällt
  • Hosting: 100–150 € pro Jahr
  • Fünf Jahre gesamt: 2.250–3.750 €

Zwei Dinge dazu, damit die Rechnung ehrlich bleibt. Erstens: Der Vergleich gilt für eine Seite, die inhaltlich weitgehend gleich bleibt – Leistungen, Team, Kontakt, ein paar Referenzen. Wer wöchentlich Beiträge veröffentlicht, braucht ein Redaktionssystem, und dann verschiebt sich die Rechnung. Zweitens: Auch eine statische Seite braucht irgendwann eine Überarbeitung. Nach fünf bis sieben Jahren sieht jedes Design nach seinem Baujahr aus. Der Unterschied ist, dass das eine Entscheidung ist und kein Wartungsvertrag.

Was du bei mir konkret bekommst

Meine Preise sind Endpreise ohne Umsatzsteuer, Kleinunternehmerregelung nach § 6 Abs 1 Z 27 UStG. Was du siehst, zahlst du.

Website-Fahrplan – 390 €. Erstgespräch, Sitemap, Seitenstruktur, Inhalts-Leitfaden und Zeitplan. Für alle, die noch nicht wissen, was sie eigentlich brauchen. Wird bei einer Beauftragung binnen sechs Monaten angerechnet.

Onepager – 1.500 €. Einseitige Website mit bis zu sieben Abschnitten, ein Entwurf, drei Korrekturrunden.

Mehrseitige Website – ab 1.500 €. Der genaue Preis hängt von der Seitenzahl, den Texten und den Funktionen ab. Für Handwerksbetriebe, Ordinationen und Vereine liegt das üblicherweise zwischen 1.500 und 3.000 €. Enthalten sind mobile Optimierung, Kontaktformular mit Datenschutzhinweis, saubere SEO-Grundstruktur sowie Impressum und Datenschutzerklärung nach österreichischem Recht.

Zur Ladezeit muss ich nichts behaupten, das kannst du selbst nachmessen. Bei der Ordination Dr. Prexl steht der größte Inhalt nach 0,7 Sekunden, und die Seite besteht die Core Web Vitals mit echten Nutzerdaten – also nicht nur im Labor, sondern auf den Geräten, mit denen Patienten tatsächlich draufgehen. Bei topconsult sind es 0,5 Sekunden bei vollem Leistungswert. Bei Oliver Zupan 0,9 Sekunden, trotz Vollbild-Video auf der Startseite. Gib die Domains bei PageSpeed Insights ein, wenn du es nachprüfen willst.

Wann ich nicht der Richtige bin

Das gehört zu einer ehrlichen Preisauskunft dazu.

Wenn du einen Onlineshop mit Lagerverwaltung, Retourenabwicklung und angebundener Warenwirtschaft brauchst, bist du bei einer spezialisierten Agentur besser aufgehoben – das ist Softwareentwicklung, nicht Webdesign, und die Marktspanne von 8.000 bis 30.000 € kommt nicht von ungefähr. Dasselbe gilt für alles mit Login-Bereich, Buchungssystem oder Mitgliederverwaltung.

Und wenn drei Leute in deinem Betrieb täglich Inhalte einpflegen sollen, brauchst du ein Redaktionssystem. Das baue ich auch – aber dann ist das ein anderes Projekt mit einem anderen Preis, und der Wartungsvorteil von oben schrumpft.

Der teuerste Fehler

Die teuerste Website ist die, die keine Anfragen bringt. Eine Seite für 800 € ohne Struktur, ohne Ladezeit-Optimierung und ohne erkennbaren nächsten Schritt ist teurer als eine Seite für 3.000 €, bei der pro Monat drei Leute anrufen, die vorher nicht angerufen hätten.

Der zweitteuerste Fehler ist, nur den Erstellungspreis zu vergleichen. Zwei Angebote über 2.500 € und 4.000 € können sich über fünf Jahre komplett umdrehen, je nachdem, was danach jedes Jahr dazukommt. Frag bei jedem Angebot, das du bekommst, nach den laufenden Kosten – und zwar schriftlich, aufgeschlüsselt nach Hosting, Wartung und Pflege. Wer darauf keine klare Antwort gibt, hat die Antwort.

Wenn du wissen willst, was für deinen Betrieb konkret sinnvoll und realistisch ist: Ruf an oder schreib mir. Das Erstgespräch kostet nichts – und du bekommst eine ehrliche Einschätzung, kein Angebot auf Vorrat.

Foto von Jakub Żerdzicki auf Unsplash

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